Die Zock-Events werden im Alter ja dann doch eher seltener und der Spiele-PC musste dieses Jahr einem MacBook Pro weichen. Aber wenn in unserer kleinen Gamer-Community (die quasi in Ehren gealtert ist) zu einer Quake III Revival Lan-Party geladen wird, werden die Mäuse natürlich nochmal auf Hochglanz poliert.
Bisher hatte ich auf eine parallele Windows Installation via BootCamp verzichtet und habe stattdessen meine gelegentlichen Windows-Abstecher immer mittels VMWare Fusion gemacht. Da liegt es natürlich nahe, auch die Quake 3 Installation erstmal unter VMWare Fusion zu testen. Die Installation klappt reibungslos und ich muss zugeben, dass das Suchen der Q3 CD noch am längsten gedauert hat. Auch der erste Start sieht nicht schlecht aus: Q3DM17 mit ein paar Bots ist soweit ok, sowohl im Fenster-Modus als auch Vollbild. Allerdings ist es auch kein gefühlter Geschwindigkeitsrekord.
Getestet wird das das Ganze auf einem 15 Zoll MacBook Pro mit 512MB Grafikspeicher und einer Aufrüstung auf 4 GB Hauptspeicher. Timedemo 1 geht es mir die ganze Zeit durch den Hinterkopf und genau, da gab’ es doch die Möglichkeit die frames per second (fps) zu ermitteln. Mit ein wenig Hilfe von Google findet sich auch die Syntax wieder.
Konsole starten mittels “^”
Dann “timedemo 1″ eingeben und danach die Demo mittels “demo four.dm_68″ starten.
Ein wenig zuschauen und am Ende wieder die Konsole starten, um den ermittelten Wert zu sehen.
Das leicht zähe Gefühl wird durch einen Wert von 13,4 fps bestätigt. Hierbei standen alle Einstellungen auf den Defaults, VMWare Fusion lief im Vollbildmodus und in Quake war mit 1280×1024 Bildpunkten die native Auflösung meines Monitors eingestellt. Die virtuelle Maschine war mit einem CPU-Kern und 1.736 MB Hauptspeicher konfiguriert.
Problematisch ist allerdings auch die Stabilität des Gesamtsystems. Bei normalen Anwendungen ist VMWare Fusion sehr stabil und ich bemerke keinerlei Nebenwirkungen auf das Mac OS System. Nach mehreren Starts von Q3 wird jedoch auch Mac OS langsamer, selbst nach dem Herunterfahren der virtuellen Maschine. Und läuft gar Q3 noch und man schaltet auf Mac OS zurück ergeben sich doch einige unschöne Effekte wie z.B. eine extrem langsame Maus.
Wer eine Apple Tastatur und eine Mighty Mouse besitzt, ist auch hier nur zu 50% zum Spielen gerüstet. Die Tastatur macht auf mich aufgrund ihres prima Anschlags einen sehr guten Eindruck zum Zocken. Die Mighty Mouse dagegen taugt nicht wirklich. Das liegt nicht nur an der einen Taste, die ja zwei Tasten vereint, was noch recht gut funktioniert, sondern viel mehr an der sehr geringen DPI Auflösung der Maus. Diese macht in der Tat solche Mods, die mehr Genauigkeit erfordern wie z.B. InstaGib (CorkScrew) fast unspielbar.
Mein Fazit: Für eine schnelle (anspruchslose) Runde gegen ein paar Bots reicht VMWare Fusion aus. Allerdings würde ich mein Schicksal nicht herausfordern und damit bei einer Lan-Party anrücken, da sowohl Performance als auch Stabilität wenig vertrauenserweckend sind. Das heisst ich werde mir doch BootCamp mal näher anschauen und diesen Test unter eine nativen Windows-Installation wiederholen. Das wird dann auch einen direkten Vergleich der fps ermöglichen. Bei dieser Gelegenheit werde ich auch nochmal mit einer anderen Maus testen, um auch hier zu sehen, ob sich der Eindruck mit der schwachen Auflösung bei der MightyMouse bestätigt.
[...] erste Performance Tests von Quake III unter VM Ware Fusion nicht sonderlich Erfolg versprechend waren kam gestern der – lang aufgeschobene – Tag der Boot Camp [...]